Faire Elektroniklieferketten – Podcasts & Factsheets

Nach 18 Monaten sehr erfolgreicher Zusammenarbeit von Südwind, Re-Use Austria und weltumspannend arbeiten ist das Projekt nun abgeschlossen.

Inhaltlich haben wir uns sehr ausführlich der Lieferkette von Elektronikprodukten gewidmet – besonders den Arbeitsbedingungen und den Schäden für Mensch und Umwelt, die oftmals mit intensiver Rohstoffgewinnung einhergehen. Wo werden Rohstoffe abgebaut, wo werden sie verarbeitet und später verkauft. Was ist mit Recycling möglich und hat mein Handy, mein Laptop ein zweites Leben?

Ergebnis dieser Recherchen und der Auseinandersetzung wurden einerseits in einer Radioreihe festgehalten – zusätzlich gibt es Interviews mit Aktivist:innen aus dem globalen Süden. Im Rahmen einer Online-Speakerstour konnten mehrere Gruppen mit Aktivist:innen aus dem globalen Süden zusammentreffen und sich austauschen.

quo vadis electronics?

Zur Lage der Arbeiter:innen in der Elektronikindustrie

Arbeiter:innenrechte auf den Philippinen

Elektronik fair produziert? Gold aus Ecuador

Weder selten, noch Erden

Neben dem gewerkschaftlichen Umfeld hat sich das Projekt stark an Jugendliche gewandt. In Workshops mit Lehrlingen der ÖBB Lehrwerkstätten oder auch einer Versicherung sowie mit Jugendlichen in Jugendzentren konnten mit Hilfe der produzierten Factsheets Seltene Erden, Elektronik fair produziert? oder auch eine Fallstudie zu Madagaskar umfassend behandelt werden. Unterstützend waren ein Rohstoffkoffer oder auch das Weltspiel (Welthaus) oft im Einsatz.

Seltene Erden: Umkämpfte Rohstoffe der Zukunft. Menschenrechtsverletzungen und Umweltauswirkungen im Rennen um die “grünen” Hoffnungsträger

Fallstudie: Widerstand gegen den Abbau Seltener Erden in Madagaskar

Elektronik fair produziert?

Die Jugendlichen vom Jugendzentrum Neuhofen in OÖ haben gemeinsam mit der Unterstützung von Radio FRO ihre Anliegen zum Umgang mit ihren Mobiltelefonen selbst ins Radio gebracht. Elektronik fair produziert? Das Smartphone

Gefördert wurde das Projekt dankenswerterweise vom AK Wien Digifonds.

Weniger ist fair!? & FAIRmarkt

weltumspannend arbeiten – das entwicklungspolitische Magazin hier zum Nachhören

In der Sendung am 5. Juli schauen wir zurück auf eine Veranstaltung im Haus der EU vom 16. Juni 2023 veranstaltet von der AG Rohstoffe.

Die AG Rohstoffe ist ein Projektzusammenschluss von Organisationen, zu denen auch weltumspannend arbeiten zählt und der von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert wird. Der Beitrag ist eine Zusammenschau von politischen Positionen, Verortung von Entwicklungen und eine Bestandsaufnahme von Zukunftsfragen zum Ressourceneinsatz.

Im zweiten Teil der Sendung gibt’s einen Ausblick auf den FAIRmarkt – eine Messe für faire Beschaffung, die von weltumspannend arbeiten initiiert wird und am 6. und 7. Oktober 2023 zum ersten Mal im Catamaran, also in der ÖGB Zentrale, in Wien, Johann Böhm Platz 1 stattfinden wird. Dazu hören wir ein Gespräch mit Michael Wögerer, Projektleiter bei weltumspannend arbeiten. Wer sich beteiligen möchte/mehr Infos

Durch die Sendung führt Sandra Hochholzer

Rohstoffe: Weniger ist fair!?

Mit Lieferkettengesetz und Kreislaufwirtschaft auf dem Weg zu globaler Nachhaltigkeit.

Um unser Produzieren und Konsumieren klimafreundlich und digital zu machen, werden für die nächsten Jahrzehnte massive Zuwächse im Rohstoffbedarf prognostiziert. Die Absicherung der materiellen Basis für Dekarbonisierung von Energieversorgung und Mobilität führt zu einem globalen Wettlauf von Wirtschaftsräumen und geopolitischen Verwerfungen. Die Europäische Union versucht sich hierzu etwa mit dem geplanten Critical Raw Materials Act in Stellung zu bringen.

Durch die Nachfrage-Vorhersagen nach sogenannten Transition Minerals, wie Kupfer, Nickel, Aluminium, Kobalt, Lithium und Seltenen Erden bringen aber Menschen und Umwelt in den (geplanten) Abbau-Regionen zusätzlich unter Druck: Neben den üblichen Versprechen von Arbeitsplätzen und Entwicklungsfortschritten werden Bergbau-Projekte nunmehr auch mit dem Argument, dass die Rohstoffextraktion zur Rettung des Planeten vor dem Klima-Kollaps schlichtweg unumgänglich sei, vorangetrieben. Der Raum für Kritik und demokratische Entscheidungsprozesse wird dadurch oftmals kleiner.

Zwei Politik-Initiativen europäischen Ursprungs sollen einen Rohstoff-Boom mit seinen potentiell negativen Auswirkungen eindämmen helfen: Einerseits soll das sogenannte europäische Lieferkettengesetz (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) Menschenrechts- und Umweltschutz beim Rohstoffeinkauf verpflichtend machen. Für 1. Juni wird hierzu die Festlegung der Position des Europäischen Parlaments erwartet. Andererseits legt die österreichische Kreislaufwirtschaftsstrategie einen Reduktionspfad fest, um den Materialfußabdruck der Österreicher:innen auf ein gerechtes und nachhaltiges Maß zu senken.  

Zu hören sind Auszüge aus der Begrüßung durch den Abgeordneten zum Europäischen Parlament Günther Sidl, dem Eingangsinput von Herbert Wasserbauer, Dreikönigsaktion, Vertreter der AG Rohstoffe, Statements aus der Podiumsdiskussion mit

  • Günther Sidl – Abgeordneter zum Europäischen Parlament
  • Mario Micelli – Referent bei Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft
  • Christian Holzer – Leiter der Sektion Umwelt und Kreislaufwirtschaft im Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie
  • Anna Leitner – Expertin für Ressourcen und Lieferketten bei GLOBAL 2000, Vertreterin der AG Rohstoffe
  • Lukas Steiner – Head of Operations & Business Development bei Polestar
  • Anna Meyer – Climate Actions Researcher bei Montanuniversität Leoben

Anschließend Diskussion und abschließendes Resümee von Karin Küblböck von der Österreichischen Forschungsstiftung für internationale Entwicklung ÖFSE

Livestream zum Nachsehen der ganzen Veranstaltung am 16.06 im Haus der EU

Zadić setzt sichtbares Zeichen gegen Kinderarbeit

Initiative „Kinderarbeit stoppen“ fordert zum Welttag gegen Kinderarbeit ein starkes Lieferkettengesetz – Justizministerin Alma Zadić wird selbst aktiv und schrubbt mit Jungscharkindern aus Breitenbrunn ein Reverse Graffito gegen Kinderarbeit

Kinderarbeit ist weltweit im Steigen begriffen. Mit einem europäischen Lieferkettengesetz, wie es derzeit auf dem Verhandlungstisch liegt, könnte wirksam gegengesteuert werden. Justizministerin Zadić will sich dafür einsetzen, dass das Gesetz nicht weiter verwässert wird.

„Wir wollen keine Produkte kaufen, die durch die Ausbeutung von Mensch und Natur produziert werden; schon gar nicht, wenn sie unter Zwangs- und Kinderarbeit hergestellt werden. Unternehmen haben die Verantwortung, menschenrechtskonform und nachhaltig zu produzieren. Umweltverbrechen und Menschenrechtsverletzungen entlang von Lieferketten sind keine Kavaliersdelikte. Ich danke daher den engagierten jungen Menschen, die mir heute von ihrem solidarischen Engagement für ein starkes europäisches Lieferkettengesetz und die Stärkung der Kinderrechte berichtet haben. Ihr Einsatz bestärkt mich darin, mich in den Verhandlungen auf EU-Ebene weiter für sichere, menschenrechtskonforme und nachhaltige Lieferketten, also vom Rohstoff bis zum Endprodukt im Geschäftsregal, einzusetzen.“

Mit diesen Worten unterstützte Justizministerin Alma Zadić am heutigen Welttag gegen Kinderarbeit die Forderungen der Initiative “Kinderarbeit stoppen” nach einem starken Lieferkettengesetz, das wirkungsvoll gegen Kinderarbeit vorgeht.

Junge Aktivist*innen aus Breitenbrunn im Burgenland und Vertreter*innen der Initiative “Kinderarbeit stoppen” trafen die Justizministerin am Tag gegen Kinderarbeit zu einem Outdoor-Termin beim Justizministerium. ”Ich wünsche mir, dass es für alle Kinder möglich ist, in die Schule zu gehen. Sie sollen Kinderarbeit stoppen, damit die Kinder gesund bleiben, ein paar Hobbies haben und nicht arbeiten müssen”, richtet Milena (11 Jahre) ihre Bitte an die Ministerin. “Ich finde, Kinderarbeit sollte verboten werden, weil Kinder zur Schule gehen sollten und ein Recht auf Bildung haben. Außerdem sollten sie genug zu essen und ein Dach über dem Kopf haben. Ich wünsche mir, dass die betroffenen Kinder nicht unter der Arbeit leiden müssen, etwa unter Chemikalien, die an ihren Arbeitsstätten zum Einsatz kommen. Ich wünsche mir für alle Kinder dieser Welt, dass sie ein Mitspracherecht haben, wenn es um Kinderarbeit geht”, ergänzt Mirjam  (9 Jahre) ihren Wunsch für 160 Millionen arbeitende Kinder.

Die Ministerin beteiligte sich an der Mitmach-Aktion “Codewort Kinderarbeit stoppen”, zu der die Initiative anlässlich des Welttags aufrief. Kindergruppen in ganz Österreich machten im Vorfeld des 12. Juni mit sogenannten Reverse Graffiti mit dem Schriftzug “Kinderarbeit stoppen” auf die Dringlichkeit von Maßnahmen gegen Kinderarbeit aufmerksam.

„Reverse Graffiti“, das heißt umgekehrte Graffiti, entstehen, indem eine Schablone auf einer schmutzigen Fläche aufgelegt wird und diese stellenweise gereinigt wird, sodass das Motiv sichtbar wird. Die Justizministerin zeigte sich beeindruckt von dem Engagement der Kinder und schritt gemeinsam mit den Jungscharkindern aus Breitenbrunn zur Tat, um ein Reverse Graffito unweit des Justizministeriums anzubringen.

Die Vertreter*innen der Initiative überbrachten der Ministerin die bis zum 12. Juni gesammelten knapp 1700 Unterschriften der Petition “Kinderarbeit stoppen: Lieferkettengesetz jetzt!”.

“Die Zeit drängt! Im Jahr 2015 hat sich die Weltgemeinschaft in der Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung vorgenommen, bis 2025 ausbeuterische Kinderarbeit zu beenden. Das zu erreichen, wird schwierig. Das soll aber nicht zu Resignation führen, sondern im Gegenteil das Engagement verstärken. Ein starkes europäisches Lieferkettengesetz könnte einen wichtigen Beitrag zur Beendigung von ausbeuterischer Kinderarbeit leisten. In den nun startenden Verhandlungen zwischen den EU-Institutionen und den Mitgliedsstaaten um das EU-Lieferkettengesetz ist es wichtig, dass der auf dem Tisch liegende Richtlinientext nicht zur Unkenntlichkeit verwaschen wird. Unsere Bitte an Sie: Bitte setzen Sie sich ein, dass dem Lobby-Druck der Wirtschaftsverbände nicht nachgegeben wird. Wir brauchen ein starkes Lieferkettengesetz, das wirksam gegen Kinderarbeit und andere Menschenrechtsverletzungen vorgeht und Umwelt und Klima weltweit effektiv schützt”, richtete Sigrid Kickingereder, Geschäftsführerin der Katholischen Jungschar und ihrer Dreikönigsaktion den Appell der Initiative “Kinderarbeit stoppen” an die Justizministerin.

Weltweit sind rund 160 Millionen Kinder von Kinderarbeit betroffen. Erstmals seit 20 Jahren steigt die Zahl der arbeitenden Kinder wieder an. Die Initiative „Kinderarbeit stoppen” – bestehend aus der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, FAIRTRADE Österreich, weltumspannend arbeiten, Jugend Eine Welt, Butterfly Rebels und der Kindernothilfe Österreich – fordert ein europäisches Lieferkettengesetz, das wirkungsvoll gegen Kinderarbeit vorgeht. Die Petition “Kinderarbeit stoppen: Lieferkettengesetzt jetzt” kann im Laufe des Gesetzgebungsprozesses unter www.kinderarbeitstoppen.at/gerechtigkeit-fordern unterstützt werden.

Informationen zur Mitmachaktion “Codewort Kinderarbeit stoppen” unter www.kinderarbeitstoppen.at/mach-mit

Weitere Fotos: https://flic.kr/s/aHBqjAHqxk (Credit: Christopher Glanzl)

FAIRmarkt – Einladung zum Mitgestalten und Dabeisein

6./7. Oktober 2023
ÖGB-Catamaran (Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien)

Kaum ein Thema wird uns in den nächsten Jahren und Jahrzehnten so intensiv beeinflussen, wie das Thema Nachhaltigkeit. Sind es einerseits Konsument:innen, die beim täglichen Einkauf auf faire und nachhaltige Produkte setzen, haben Beschaffer:innen und Entscheider:innen aus Kommunen, privaten und öffentlichen Institutionen sowie Unternehmen eine besondere Verantwortung.

Bei FAIRmarkt, der Messe für faire Beschaffung, präsentieren Unternehmen ihre ökologischen und fairen Produkte für Betriebe. Zielgruppe der Messe sind Betriebsrät:innen und alle Personen aus Betrieben und Organisationen, die in die Entscheidung für die zentrale Beschaffung eingebunden sind.

FAIRmarkt wird erstmals am 6./7. Oktober 2023 im Haus der Gewerkschaften (ÖGB-Catamaran) in Wien stattfinden. Interessierte Betriebe, Organisationen und Institutionen sind herzlich eingeladen sich bereits im Vorfeld bei der Planung und Mitgestaltung der Messe einzubringen. Als Veranstalter sind wir hier für alle Ideen offen und freuen uns über Deine/Eure Kontaktaufnahme:

Mag. Michael Wögerer
Projektleiter weltumspannend arbeiten
E-Mail: michael.woegerer@oegb.at 
Telefon: +43 (0)1 53444-39328
Mobil: +43 (0)6642838491
3CX Talk: call.oegb.at/michaelwoegerer

VIO:ME Solidaritätsaktion

Unsere wahre Stärke bist du, der diese Zeilen liest

VIO:ME ist eine selbstverwaltete Seifenfabrik in Thessaloniki, die wir im November im Rahmen einer Begegnungsreise besucht haben. Die Arbeiter:innen dort stellen ökologische und vegane Reinigungsprodukte her (Seifen, Spülmittel und weitere Reiniger). Dabei engagieren sie sich auch dafür, dass möglichst alle Menschen Zugang zu diesen – nicht nur zu Corona-Zeiten wichtigen – Produkten haben… unabhängig von ihrer ökonomischen Situation.

Seit Beginn der Pandemie produzierte die selbstverwaltete Fabrik in Thessaloniki Seifen z.B. für das Geflüchtetenlager Moria. Aber auch für vom Staat vernachlässigte Gefängnisse oder Familien aus den ärmsten sozialen Schichten. Statt große Unternehmen zu kontrollieren, in denen Menschen ungeschützt für den Profit der Bosse schuften, wird die kämpferische Fabrik von Vio.Me illegalisiert und aufgrund von „Sicherheitsmaßnahmen“ deren Schließung veranlasst. Das Grundstück der Fabrik wurde nun an eine Fondsgesellschaft verkauft und das Fabriksgelände soll nun geräumt werden. Wir wollen unsere Solidarität mit VIOME bekunden und den Kapitalisten vermitteln:

HÄNDE WEG VON VIOME!

  • Schickt uns an weltumspannend.arbeiten@oegb.at ein Foto von euch mit Schild (Vorlage) möglichst rasch – die Zeit drängt- und postet es auf Social Media.
  • Aus euren Einsendungen machen wir dann eine Fotocollage, die wir VIO:ME schicken (die ihnen Kraft geben soll) und die wir dann selbst auf Social Media posten können.

HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT!


Aufruf der VIO.ME-KollegInnen

Sie wollen der VIO.ME den Garaus machen. Lass das nicht zu.

Heute sind wir in der bedauerlichen Lage, euch mitteilen zu müssen, dass VIO.ME mehr denn je in höchster Gefahr ist. Justiz und Kapital haben das Grundstück, auf dem sich unsere Fabrik befindet, klammheimlich an eine Fondsgesellschaft verkauft. Wir, die ArbeiterInnen der VIO.ME, erklären, dass wir weiterhin in der Fabrik produzieren werden, auch wenn das Kapital und der Staat uns die Spezialeinsatzkräfte der Polizei auf den Hals hetzen. Aber selbst wenn sie uns rauswerfen, werden wir wieder reinkommen. Weil dieser Ort unser Leben ist und weil wir diesen Platz euch verdanken. Das sind wir den Zehntausenden von Menschen schuldig, mit denen wir im Laufe der Jahre zusammengekommen sind. Weil ihr in unsere Fabrik gekommen seid, weil ihr unsere Arbeit durch den Erwerb der VIO.ME-Produkte gewürdigt habt. Weil ihr bei Demonstrationen mit uns Seite an Seite zusammengestanden habt. Weil ihr bei einem Konzert in der besetzten Fabrik mitgesummt habt. Weil ihr mit uns Schulter an Schulter gegenüber den Einsatzkräften der Polizei gestanden habt.

Die einzige Fabrik im Lande, die ohne Chefs arbeitet, die einzige Fabrik, in der alle gleich bezahlt werden, die einzige Fabrik, die vom Kapitalisten befreit und der Gesellschaft zurückgegeben wurde, ist akut in Gefahr. Und der Einzige, der helfen kann, bist du.

In diesen 10 Jahren haben den Kampf gegen alle möglichen Gegner aufgenommen. Wir wurden von den Sondereinheiten der Polizei angegriffen, das Öffentliche Elektrizitätsunternehmen DEI hat die Stromversorgung gekappt, die Justiz betreibt die Zwangsversteigerung unserer Fabrik. Doch wir haben Widerstand geleistet und die Angriffe ausgehalten. Das werden wir auch jetzt tun.

Aber egal wie stark unsere Entschlossenheit ist, sie ist nicht unsere wahre Stärke. Unsere wahre Stärke bist du, der diese Zeilen liest.

Wir haben nur noch wenig Zeit, ihr Vorhaben zu blockieren. Und das werden wir tun. Jede Aktion zählt: Jede Diskussion über VIO.ME, jedes Plakat, jeder Slogan an einer Wand, jeder Autokorso, jedes Solidaritätskonzert, jeder Protestzug mit Megafon, jede kleine oder große Versammlung in ganz Griechenland. Jeder Beitrag in den Massenmedien. Jede Solidaritätsadresse von gewerkschaftlichen Strukturen und jede Unterschrift. Und alle diese Ströme führen zu einem großen Fluss von Menschen, die auf die Straße gehen und protestieren.

Die Gesetze des Kapitals sind allmächtig. Aber das Gesetz des wütenden Volkes kann sie brechen.

Mit solidarischem Gruß
Die KollegInnen der VIO.ME
(5. Februar 2023)

Halbzeit für die Nachhaltigkeitsziele – Radiosendung

Neue Folge von weltumspannend arbeiten – das entwicklungspolitische Magazin vom Dezember 2022

Ein wichtiger Gradmesser zur Orientierung in der Entwicklungszusammenarbeit sind die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, deren Erreichung bis zum Jahr 2030 durch kollektive Anstrengungen erfolgen soll.

Am 28. September 2022 veranstaltete weltumspannend arbeiten, der entwicklungspolitische Verein im ÖGB, ein Symposium unter dem Titel: „Ist die Welt noch zu retten?“. Das Symposium thematisierte in Round Tables mit namhaften Gästen die Nachhaltigkeitsziele und den Weg zu ihrer Erreichung, der durch die Corona Pandemie, Krieg und Inflation zusätzlich erschwert wird.

In dieser Sendung zu hören sind ein Gespräch mit Peter Schissler, dem Vorsitzenden des Vereins weltumspannend arbeiten sowie mit Michael Wögerer, dem Projektleiter des Projekts Demokratie in der globalen Arbeitswelt, das mit Ende 2022 abgeschlossen wurde. Außerdem sind in der Sendung zwei Ausschnitte aus den Statements von der Nationalratsabgeordneten Petra Bayr sowie der Klimaaktivistin Lena Schilling zu hören. Durch die Sendung führt Sandra Hochholzer.

Die Musik beim Symposium, wie auch in dieser Sendung kam von „Geschichten im Ernst“ deren Leadsängerin Iris Stern auch die Gründerin der Band ist.

Das vollständige Video vom Symposium ist auf youtube sowie hier zu sehen.

SOLIDARITÄT MIT DEM STREIK BEI MALAMATINA IN THESSALONIKI!

JETZT für Streikfonds spenden!

Das Streiklogo der MALAMATINA-Arbeiter:innen

Seit Ende Juli 2022 befinden sich die Arbeiter:innen der vor allem mit Retsina bekannt gewordenen Kellerei MALAMATINA in Thessaloniki im Streik. Sie fordern die Wiedereinstellung von 15 ungerechtfertigt entlassenen Kolleg:innen und den Abschluss eines neuen Kollektivvertrags. Die finanziell angeschlagene Weinkellerei hingegen möchte lieber Einzelverträge abschließen, gebilligt durch ein neues Arbeitsgesetz der konservativen Regierung.

Vom griechischen Staat unterstützt versucht das Unternehmen die protestierenden Arbeiter:innen mit polizeilichen Repressionen und gerichtlichen Maßnahmen sowie mit der Verhaftung ihrer Anführer einzuschüchtern. Sogar der Vorsitzende der Vereinigung der Arbeiter von MALAMATINA (entspricht in Österreich einem Betriebsratsvorsitzenden), Yannis Frangidis, wurde entlassen, obwohl dies gegen das bestehende Arbeitsrecht verstößt. Gemeinsam mit seinen Kolleg:innen kämpft er seit Monaten für Gerechtigkeit.

Im Rahmen einer Begegnungsreise von weltumspannend arbeiten im November haben wir die streikenden Arbeiter:innen vor den Toren ihrer Fabrik besucht. Nach diesem Zeichen der Solidarität, wollen wir sie aber auch handfest unterstützen. Helft mit den Streikfonds zu füllen, damit die Arbeiter:innen von MALAMATINA ihren Arbeitskampf erfolgreich weiterführen können:

  Spendenkonto weltumspannend arbeiten
BIC: BAWAATWW
IBAN: AT801400046610088554
Kennwort: Streikfonds

HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT!

Song written and recorded by Iris Stern (Geschichten im Ernst), November 2022

Solidaritätsaufruf als pdf zum ausdrucken und verteilen

Titelbild: Besuch der Reisegruppe von weltumspannend arbeiten bei den streikenden Arbeiter:innen von MALAMATINA, November 2022

Broschüre: Working Woman Worldwide

Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen, weltumspannend arbeiten, November 2021
(informations in english: Working and Living Conditions of Women)

Weltweit spielen Frauen gesellschaftlich tragende Rollen. In vielen Lebensbereichen wie Kindererziehung, Haushalt, ehrenamtliches Engagement und Pflege von Angehörigensind es Frauen, die den Großteil der Arbeit stemmen. Meist werden genau diese wichtigen Aufgaben gar nicht oder schlecht bezahlt und finden wenig Anerkennung.

Mit dieser Broschüre wollen wir Frauen in den Mittelpunkt rücken. Jede Frau erzählt dabei ihre individuelle Geschichte und zeigt der Leserin und dem Leser, welchen wertvollen Beitrag sie für die Gesellschaft leistet. Gleichzeitig zeigt diese Broschüre auch Kooperationen über Ländergrenzen hinweg, die als leuchtende Beispiele für erfolgreiche Zusammenarbeit dienen. Menschenwürdige Bedingungen als Grundlage jeglichen Tuns sind ein Gewinn für alle!


Working Woman Worldwide

Zum Downloaden & Ausdrucken:

New brochure: Working Women Worldwide

Working and Living Conditions of Women, working globally, november 2021

Recently, ‘working globally,’ the development policy project within the Austrian Trade Union Federation (ÖGB), published the brochure ‘Working Women Worldwide.’

The main objective of the brochure is to inform the German-speaking trade union members about the diverging working and living conditions of women in various parts of the world and to sensitise them regarding the specific situation – and sometimes discrimination – of women on the labour market. Furthermore, the brochure deals with the challenges to reconcile paid work and unpaid household and care work.

The Covid-19 pandemic provided an additional motive to produce the brochure, as 70% of the employees in health and social sector jobs around the globe are women, according to ILO data, and women were particularly affected by closed schools and kindergartens. Moreover, the average gender pay gap witnessed in 73 countries, encompassing more than 80% of the world’s employees, is still on average 20%.

In the first section, the brochure provides basic information on the labour background of International Women’s Day and on the history of women’s suffrage. Afterwards, it introduces the 2030 Agenda for Sustainable Development and pays particular attention to the Sustainable Development Goal 5 (SDG 5) ‘Achieve gender equality and empower all women and girls.’.

In the second section, the brochure introduces successful examples of international cooperation. The section includes such diverse projects as the Bbindawuko Banakazi Fishing Cooperative Ltd., initiated by Zubo Trust and supported in media questions by Claudia Wegener / Radio Continental Drift. Another example is the Austrian fair fashion brand ‘Fairytale,’ which closely cooperates with a small Nepalese tailor’s shop using ecological and fair methods of production.

The project ‘Speaking out loud’ trains interested people, many of whom are women and/or with migrant background, to engage in community-based media productions. It is a cooperation between Frauen*solidarität (women solidarity), the Cyprus Community Media Center (CCMC) and Desi Radio – Panjabi Centre (PC).

Another project portrayed in this section is the establishment of a Trade Union School in Georgia, inspired by the Austrian model of trade union schools, with the support of ‘working globally,’ the development policy project within the Austrian Trade Union Federation (ÖGB). The aim is to educate Georgian workers and trade union activists regarding labour law, organising and the history of the labour movement to provide them with tools for strengthening their organisational structures and for dealing with current and future labour struggles.

The Fund Sukhumi, also based in Georgia, was founded by displaced women that had to flee from Abkhazia due to the armed conflict at the beginning of the 1990s. The fund organises educational, economic, social, and cultural activities in the field of peaceful conflict resolution and empowers women to actively participate in democracy building in the Georgian society.

The last presented cooperation project is APROLMA, a women cooperative of coffee farmers in Honduras, which autonomously grows and distributes its organic coffee. The coffee beans are imported by EZA Fair Trade and are used for ADELANTE coffee which is sold in fair trade stores.

The third section is called ‘Decent Work for a Decent Life.’ It portrays women from five different countries in the Global South and two successor states of former Soviet Union republics who are committed to improve the local and/or national working conditions, may it be as trade union members or officials or in the framework of NGOs or associations of informal workers.

The last and biggest section deals with the diverging working and living conditions of women around the globe. In this section, twelve women talk about their lives. As they come from many different countries such as Latvia, Rumania, Palestine, Georgia, Greece, Austria, Brazil, Iraq, Kenya, Sweden, Zimbabwe, and Ruanda, their experiences show the diversity of working and living conditions women face in different parts of the world.

Finally, some tables provide data on the home countries of the portrayed women in order to allow for comparisons of the economic, social, and labour situation in different EU member countries and between different countries in the Global South and in the Post-Soviet Space.

Zur Broschüre (deutsch): Working Woman Worldwide